Roadtrip N°1

In die Drakensberge

Nun waren es Ferien. Die langen December Holidays – und sie waren vollgepackt mit Reisen.

 

Der erste Roadtrip führte mich mit Umwegen in die Drakensberge. Dabei waren Joe und Maika, Amelie und Theo aus Jeffrey’s Bay. 

Port St. Johns

 

Von denen wurden wir dann auch am 09.12 in East London abgeholt und es ging zu unserer ersten Station – Port St. Johns, eine kleine Stadt im subtropischen Regenwald direkt an der „Wild Coast“. Nachdem wir eingecheckt haben im Backpackers hatten wir noch ein wenig Zeit und so entschieden wir uns zum Strand zu gehen, um dort eine kleine Wanderung auf einen Hügel zu machen. Auf dem Rückweg meinten wir einen Shortcut gehen zu können, der sich dann als ziemlich abenteuerlich darstellte, da wir, um auf Meereshöhe zurück zu kommen, einen steinigen Hang herunterklettern mussten, wo sich Joe ein wenig verletzte, wir aber gerade so heile unten ankamen…
Zum Sonnenuntergang sind wir zu einer Landebahn auf einem Hügel gefahren, von dem man einen unglaublich schönen Ausblick in alle Richtungen hatte – ein Highlight des ganzen Urlaubs bezüglich der Sicht.
Abends haben wir im Backpackers gegessen und saßen noch am Lagerfeuer.

Port Edwards

 

 

Am nächsten Tag ging es jedoch schon weiter vom wunderschönen Port St Johns nach Port Edwards. Leider hatten wir den ganzen Tag Pech bezüglich des Wetters, da es durchgängig geregnet hat. So konnten wir leider nichts in Port Edwards unternehmen, außer die, abgesehen vom wolkenverhangenen Himmel, Sicht vom Backpackers auf’s Meer genießen.
Am nächsten Tag wurde das Wetter auch nicht besser, jedoch wollten wir unbedingt noch etwas unternehmen, weswegen wir die im Grunde einzige berühmte Sache gesucht haben, die es dort gab. Die Red Desert. Eine sehr, sehr kleine „Wüste“ nur aus rotem Sand umgeben wiederum von grünen Büschen und Bäumen. 

Durban

 

 

In Durban noch am selben Tag angekommen, hatten wir noch etwa einen halben Tag, den wir damit verbracht haben, dass wir in einen Freizeitpark wollten, wo wir dann doch nicht reingegangen sind, weil es uns zu teuer war. Trotzdem kann man es auch so sehen, dass wir viel in Durban rumgekommen sind, viele Leute gesehen haben (eine Menge Touristen) und das WM-Fußballstadion habe ich auch von weitem gesehen.
Abends gab es eine „awesome Braai (so wird das Grillen hier genannt) night“, wo wir unser Fleisch gegrillt haben und uns mit anderen deutschen Freiwilligen unterhalten haben, die in Soweto in Schulen arbeiten.

Amphitheatre Backpackers, Drakensberge

Unser Hauptziel haben wir am nächsten Tag dann erreicht: die Drakensberge. Das Backpackers liegt auf einer Hochebene gesäumt von sehr hohen Bergen auf allen Seiten. Wir hatten wirklich Glück mit der Unterkunft, denn es war insgesamt sehr luxuriös und organisiert. Es gab einen Whirlpool, einen Außenpool, eine Sauna, einen Billiardtisch und eine Tischtennisplatte, außerdem war das Gelände sehr weitläufig.
Zudem gab es auch einen Campingplatz…der zufällig von unseren Freunden aus Coffee Bay und Bulungula genutzt wurde. So wurde aus unserer Fünfer Truppe für zwei Tage eine Elfer Truppe. 

Am nächsten Morgen habe ich mir mal ein leckeres Frühstück vom Backpackers gegönnt – Cheese Bacon Omelette. Natürlich war das eine Ausnahme und galt nur als Vorbereitung für die folgende Wanderung im Royal Natal Nationalpark. Vorrangig wollten wir aufgrund der sehr warmen Temperaturen während der Wanderung irgendwo ins Wasser springen, so fragten wir einen Nationalparkmitarbeiter, wo das möglich wäre. So gingen wir dann in Richtung Tiger Falls, welcher nach einer anderthalbstündigen, schweißtreibenden Wanderung eine Enttäuschung war, da man dort nicht wirklich ins Wasser springen konnte. Enttäuscht haben wir auf der Karte nach weiteren Möglichkeiten gesucht, wo man schwimmen könne. Glücklicherweise gab es diese und so begaben wir uns weiter auf den Weg zu einem so bezeichneten „Natural Pool“. 

Doch der Weg zog sich und irgendwann ist uns aufgefallen, dass der Park schon bald seine Pforten schließen würde. So beschlossen wir nach kurzer Diskussion umzudrehen und mit schnellem Schritt zurückzugehen. Zusätzlich zog wirklich unerwartet schlechtes Wetter auf und wir waren noch auf beträchtlicher Höhe. Direkt hinter uns war nämlich ein Berg, der dann auf einmal von einer dunklen Wolke verschluckt wurde. Folgendermaßen wurde aus schnellem Schritt Laufschritt und die gerade noch lockere und gute Laune wich ein wenig Unruhe. Doch wir verloren schnell an Höhe und fühlten uns sicherer, und glücklicherweise verging der Rückweg dann auch schneller und wir kamen pünktlich aus dem Nationalpark wieder raus.

 

Abends haben wir in unserem Backpacker Wraps gegessen und das Gewitter, das dann in den höheren Bergen herrschte, beobachtet.


Der darauffolgende Tag sollte auch ein Highlight des gesamten Urlaubs werden.
Wir begaben uns wieder auf die Fahrt in den Maloti-Drakensberge-Nationalpark, da wir dort eine Quad-Fahrt gebucht haben. Schon die einstündige Fahrt war sehr schön, denn man sah schon von weitem die unglaublichen Berge, die wir später bei der Quadtour noch besser zu Gesicht bekommen würden. Doch vorher mussten wir unsere Elfer Truppe aufteilen, da nicht so viele Quads verfügbar waren. Wir haben der Coffeungula Truppe den Vortritt gelassen, da sie noch am selben Tag eine lange Reise vor sich hatten. Während des Wartens konnten wir uns durch Zufall im Bogenschießen ausprobieren, was mehr oder minder erfolgreich war; Spaß hat es aber allemal gemacht!
Und dann hörte man schon die Motorengeräusche der Anderen und sah die gut gelaunten Gesichter und die matschigen Klamotten. So ging es dann auch für uns los und wir fuhren unserem Guide hinterher auf einer vorgefertigten Strecke durch den Nationalpark. Wir fuhren über Geröll, durch knietiefe Pfützen und über hohe Bodenwellen (einmal bin ich gefühlt auch abgehoben). Während des Fahrens war ich sehr auf die Strecke fokussiert, weswegen ich gar nicht die Umgebung wahrgenommen habe; denn diese war unglaublich schön!! Auf Hälfte der Strecke haben wir bei einem Punkt gehalten, von dem man einen unglaublich schönen Überblick über die gesamte Landschaft hat. Einerseits sieht man wie sich das Tal in die eine Richtung zur Hochebene öffnet und in die andere Richtung schließt und an einem riesen Gebirgskamm, der Grenze zu Lesotho, endet. Die gesamte Gebirgskette liegt auf über 3000 Meter und der gesamte Anblick war wirklich atemberaubend.

 

Leider hatten wir keine Kamera/ Handy dabei, weswegen es davon keine Fotos gibt.


Dann ging es wieder zurück zum Backpacker (ohne Coffeungula), wo uns wiederum aber die Gruppe aus Port Elizabeth erwartet hat, die auch zwei Tage in dem Backpacker verbracht haben.

Am nächsten Tag führte es uns wieder in denselben Nationalpark, diesmal nur mit anderen Begleitern. Wir sind eine eher entspannte Tour zu einem Wasserfall gewandert, wieder mit der Hoffnung ins kühle Nass zu springen. Bei den Doreen Falls angekommen, waren wir diesmal positiv überrascht und  wir konnten tatsächlich ins Wasser und uns den Wasserfall auf den Kopf prasseln lassen. Nach der Wanderung sind uns dann auch unsere Freunde aus Berlin in dem Backpacker begegnet.
Am Abend saßen dann Theo, Jobst und ich draußen und haben das heftigste Gewitter, das ich jemals gesehen habe, beobachtet. In sicherer Entfernung hat es im Grunde die ganze Zeit geblitzt und ein durchgängiges Grummeln war zu hören. Das war echt beeindruckend!

Bloemfontein

 

Leider mussten wir uns dann auf den Rückweg begeben und da uns die direkte Fahrt nach East London zu anstrengend war, haben wir eine Zwischenstation in Bloemfontein gemacht. 
In Bloemfontein gibt es den berühmten Naval Hill. Der Naval Hill ist ein Hügel direkt in der Stadt, wo anscheinend viele Tiere leben, man aber auch einen schönen Blick über die Stadt haben soll. Leider haben wir bei unserer kleinen Tour keine Tiere gesehen… L Abgesehen davon war dort aber die berühmte Nelson Mandela Statue. 
Abends waren wir zuerst bei einem empfohlenen Italiener und haben sehr, sehr leckere Pizza gegessen und danach haben wir Star Wars: Rogue One im Kino gesehen; übrigens mein erster Kinobesuch in Südafrika.

 

Morgens ging es dann früh in Richtung East London, da uns eine sechsstündige Fahrt bevorstehen würde, die wir aber gut überstanden haben. 

 

East London

 

In East London angekommen, habe ich mich über mein eigenes Bett gefreut, doch konnte es nur kurz nutzen, da es in drei Tagen schon weitergehen würde mit dem nächsten Roadtrip.
…was ein Reisestress…     


Generell war der erste Urlaub ein tolles Erlebnis. Ich habe viele unternommen und verschiedene Landschaften Südafrikas gesehen, wobei die Drakensberge herausstechen mit ihrem massiven (majestätischen) Anschein. 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu

Hier melde ich mich mal wieder nach längerer Zeit aus dem sommerlichen East London. Nach nun fast vier Monaten in Südafrika merke ich langsam wie schnell die Zeit vergeht, wenn man seinen Aufenthalt genießt und Spaß bei der Arbeit, aber auch in der Freizeit hat. Und das habe ich auf jeden Fall!

 

Bei der Arbeit in der A.W. Barnes Primary School ist in den letzten Wochen einiges passiert. Mitte Oktober haben die Pool Sessions begonnen, bei denen wir mit der Klasse (inklusive Lehrer bei den jüngeren Schülern) fünf Minuten durch das Township zu einem öffentlichen Schwimmbad gehen. Der Parkside Pool hat ein kleines Babybecken und ein großes Becken, das zur Mitte hin tiefer wird und am Rand 1,40m tief ist.
Das eigentliche Ziel der Pool Sessions bei den kleinen Schülern von Grade 1 bis 3 ist es ihnen die Angst vorm Wasser zu nehmen und dass sie sich über Wasser halten können. Deswegen besteht die Stunde meistens aus kleinen Spielen, bei denen die Kinder sich im Wasser fortbewegen müssen oder Spritzer ins Gesicht bekommen. Am Ende der Stunde geben wir den Kindern noch Freizeit, wo sie sich komplett austoben können. Was natürlich auch jedes Mal passiert, denn die Pool Sessions ist ein Highlight für die Kleinen, auf das sie schon seit Anfang unseres Aufenthalt hin fiebern. Jedes Mal werden wir beim Gang durch die Schule angesprochen und leuchtende Augen schauen uns an: „Our P.T. is tomorrow! Are we gonna go the pool?“. Und nach einer positiven Antwort von uns gibt es meistens noch eine Umarmung obendrauf. 

Mit der Grade 4 bis 6 gehen wir in den großen Pool. Meistens versuchen wir Schwimmtraining zu machen, damit sie Kraulen üben. Doch leider ist es sehr schwer 30-40 Kindern Schwimmen beizubringen, da wir eigentlich gar nicht individuell auf eine Person achten können, da in der Zeit wahrscheinlich drei andere Jungen gerade irgendeinen Unsinn machen. Letztendlich geht es darum, dass die Kinder lernen, wie man sich über Wasser hält und fortbewegen kann. Schöne Kraultechnik sieht man leider selten...Des Weiteren gab es leider auch Probleme beim Schwimmbad selber, da seit Mitte November kein Wasser im Becken war. Was bei den Temperaturen, die hier mittags teilweise herrschen, durchaus ärgerlich ist und die Kinder nach einer negativen Antwort zur Poolthematik sehr traurig und wütend macht. Grund für die leeren Becken waren einmal Säuberungsmaßnahmen (das Wasser war davor grünlich, in Richtung braun…) und es gab einfach keine Chemikalien mehr in ganz East London, weswegen es sich nicht gelohnt hätte, das Becken aufzufüllen.

 

 

Nun haben wir erfahren, dass der Pool wieder geöffnet hat, nur leider ist im Grunde keine Schule mehr – sehr blöd. 


Zum Ende des Schuljahres gab es von der Schule ein paar Veranstaltungen zu denen wir Freiwilligen eingeladen wurden.
An einem Abend wurde der „Evening of Certificates“ veranstaltet. Vorher gab es natürlich noch etwas zu essen – Essen bekommen wir eigentlich sowieso immer reichlich bei uns an der Schule, da Mr Gamiet der Meinung ist, dass wir IMMER hungrig sind. Nach dem kalten Buffet ging die Veranstaltung los: der Schulchor, bestehend aus Viert- bis Siebtklässlern, hat gesungen, es wurde gebetet und dann ging es auch schon los mit der Vergabe von Zertifikaten/Urkunden. Es wurde in allen Bereichen Urkunden verteilt; von Sporturkunden für einzelne Sportarten bis zu „Special Awards“ für besonderes Engagement. Zudem gab es für jeden pro Klasse (von Grade 4 bis 6) einzelne Urkunden für die besten Ergebnisse bei den Exams in verschieden Fächern oder für den meistverbesserten. Und ein paar Schüler haben viele Urkunden bekommen und wenn diese dann nochmal aufgerufen wurden für eine weitere Auszeichnung, sind die Zuschauer und Eltern sehr laut geworden und haben etwas reingerufen - das war sehr witzig. Insgesamt ging die Veranstaltung über zwei Stunden, doch am Ende hat es sich sehr gelohnt, so eine Veranstaltung mal mit zu erleben und hatte am Ende auch ein wenig was vom Abiball, weil wir uns von den Siebtklässlern verabschieden mussten, die uns inzwischen schon sehr ans Herz gewachsen sind!  

Weihnachten kommt immer näher! Auch hier in Südafrika, obwohl es für uns schon sehr komisch ist, die ganze Zeit Weihnachtsdekorationen in den Straßen und in den Supermärkten zu sehen, obwohl es immer wärmer wird und der Sommer kommt.
An einem Abend gab es auch eine Weihnachtsveranstaltung bei uns in der Schule – „Carols by Candlelight“. Jeder Jahrgang hat ein oder zwei Sachen aufgeführt. Die Grade Sevens haben z.B. gesungen und ein paar Mädchen ein Tanzstück aufgeführt, die Grade Threes haben ein kleines Theaterstück zum Weihnachtsthema aufgeführt und die Grade Twos ein Gedicht vorgetragen. Dazwischen haben alle bekannte Weihnachtslieder gesungen, wie z.B. Oh Tannenbaum oder Stille Nacht…nur auf Englisch und Afrikaans, was sich sehr interessant anhörte.
Ein Tag habe ich während einer Sportstunde Oh Tannenbaum auf Deutsch gesungen und dann haben ein paar Erstklässler auf Englisch weitergesungen – sehr süß!!
Die Veranstaltung war letztendlich sehr schön mit den ganzen Kindern und den Liedern und sie hat uns ein wenig in Weihnachtsstimmung versetzt. …Obwohl diese dann auch wieder weg war, als wir das Gebäude verlassen haben, weil es draußen dunkel und trotzdem noch über zwanzig Grad waren.


Am 24. November war mein Geburtstag, der erste Geburtstag, bei dem ich ganz weit weg von Zuhause war. Schon die Tage zuvor war ich überhaupt nicht in Geburtstagsstimmung aufgrund des Wetters, und dann gucke ich am 24. morgens aus dem Fenster und keine einzige Wolke ist an dem Himmel und es ist schon angenehm warm. Ich glaube, das hatte ich noch nie an meinem Geburtstag. Für mich wurde sehr leckeres Frühstück gemacht mit Rührei, Pancakes, Zimtschnecken, frischem Obstsalat und einen Geburtstagskuchen gab es natürlich auch - alles sehr lecker! In der Schule haben die Kinder, die wir für PT hatten, für mich Happy Birthday gesungen, was vor allem bei den Grade ones unglaublich süß war. Zudem gab es auch hier nochmal Kuchen für mich von Mr Gamiet, der mir traditionell ins Gesicht geschmiert wurde… Nachmittags haben wir entspannt, abends haben wir Pfannkuchen gegessen und danach sind wir noch feiern gegangen. Ein rundum gelungener Geburtstag!!



Zum Ende des Schuljahres hatten die Grade ones bis threes jeweils einen Vormittag einen Beachday, der von den Klassenlehrern organisiert wurde und wir durften als Begleitung und Aufpasser mitkommen.
Schon die Fahrt zum „Orient Beach“ war spektakulär. Die Lehrer und Vivien und ich haben sich auf die Transports aufgeteilt und so saß ich mit ca. 15 sehr gut gelaunten Kindern im Transport und die kurze Fahrt begann. Die Kinder sangen die ganze Zeit und der schönste Moment war, als die Kinder das Meer sahen und vor Freude geschrien haben, denn, obwohl sie so nah am Meer wohnen, kommen die Kinder wenn überhaupt nur sehr, sehr selten zum Strand.
Der „Orient Beach“ ist auch gleichzeitig eine Art Freibad, aber mit Verbindung direkt zum Meer. So gingen wir als erstes mit allen Kindern in das Becken für Kinder und sind mit denen herumgesprungen, untergetaucht oder Rutsche gefahren. Gleichzeitig haben wir natürlich immer aufgepasst ;-) Danach gab es dann Pizza für alle Kinder und danach ging es zum Highlight! Dem Meer mit den spritzigen Wellen, auf das jedes Kind hin gefiebert hat…und dementsprechend waren sie auch drauf. Total laut, hektisch und euphorisch - für den Coach heißt das: Stress, die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu behalten, da das Meer natürlich gefährlich sein kann für so kleine Kinder, die nicht richtig schwimmen können. Nur mit Hilfe der Lehrer haben wir die Kinder dann etwas ruhig bekommen und die Situation hat sich etwas beruhigt. Die Kinder hatten trotzdem sehr viel Spaß und meinten die ganze Zeit zu mir, dass ich unbedingt sehen soll, wie sie sich von den Wellen mitgleiten lassen oder wie sie sich gegen die Wellen stemmen. Auf jeden Fall war ihnen anzusehen, dass das etwas ganz besonderes für sie war und das war für mich auch einfach schön zu sehen, dass die Kinder so glücklich waren.
Nachdem die Kids wieder aus dem Wasser waren, gab es noch kleine Burger zu essen und dann ging es schon wieder auf die Heimfahrt, bei der alle leise und erschöpft, aber glücklich waren.
Leider konnten wir nicht mit auf den Beachday der Grade Threes, da wir dort… 


…auf dem ersten Seminar in Hogsback waren für drei Tage.  Hogsback liegt im bergigen Landesinneren circa anderthalb Stunden entfernt von East London und ist ein kleines Dorf, geprägt vom Tourismus. Wir haben im „Hobbiton Outdoor Education Center“ logiert, was im Grunde eine große Jugendherberge mitten im Wald ist, mit Outdoor Activities, wie z.B. einem Kletterparkour, einer Kletterwand oder einem Beachvolleyballfeld. Dort haben wir 34 Freiwillige also geschlafen und gegessen und die Zeit verbracht. Wir haben über unsere Projekte gesprochen, über unsere guten und schlechten Erfahrungen, mit Brett Einzelgespräche geführt und neben dem natürlich auch oft die Aktivitäten genutzt. Einen Morgen haben wir auch eine geführte Wanderung zu einem Wasserfall gemacht, was auch sehr schön und idyllisch war.
Insgesamt war es sehr schön so viel Zeit mal wieder mit allen Freiwilligen zu verbringen und über die anderen Projekte zu erfahren. Nur leider ist die Zeit viel zu schnell umgegangen und wir mussten schon wieder zurück zu unseren Einsatzorten. Doch in den Ferien werden sich die meisten wieder sehen, und das ist gar nicht mehr so lange bis dahin.


Doch bevor offiziell die Ferien beginnen haben wir noch Sportsdays an den Schulen veranstaltet. Wir haben jeweils an einem Tag eine Schule besucht und dort Stationen, wie Kartoffellauf (wir wollten keine Eier verbrauchen), Tauziehen, Torwandschießen und eine Slackline haben wir aufgebaut. Nur leider waren nicht so viele Kinder dabei, da zu dieser Zeit des Jahres keine Kinder mehr in die Schule gehen, obwohl offiziell noch keine Ferien sind, da die Eltern den Transport nicht mehr bezahlen wollen und die Exams geschrieben sind. So kamen zum Beispiel bei der Parkside Primary School ein paar Kinder, die dort direkt im Township wohnen und uns gesehen haben. Genau dasselbe an der Floradale. An der A.W. Barnes waren es jedoch etwas mehr, weil Mr Gamiet irgendwo her Kinder organisiert, weswegen dann auf einmal hundert Kinder dort waren.
Die Kinder hatten immer Spaß bei den einzelnen Stationen und etwas Ablenkung vom sonstigen Alltag. 


Am letzten Wochenende gab es noch eine große selbstorganisierte Veranstaltung und zwar das Girls Soccer Tournament, bei dem alle Freiwilligen mit ihren Girls Soccer Mannschaften nach East London gekommen sind. Das Turnier fand an der A.W. Barnes statt, wo die Kinder auch in den Klassenräumen übernachten konnten. Essen haben sie dort auch bekommen, was wir vorher eingekauft haben, aber dann von den Schulköchinnen gemacht wurde. Allein der Einkauf war schon sehr herausfordernd, da wir noch nie für 100 Kinder eingekauft haben…letztendlich war das Essen aber gut und genug. Bei dem Turnier selber haben neun Mannschaften mitgemacht, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden und dann gegeneinander angetreten sind. Die ersten zwei Mannschaften kamen weiter ins Halbfinale und nachmittags nach einem anstrengenden Tag wurde noch das Finale ausgespielt, das zwischen den beiden Coffee Bay Mannschaften ausgetragen wurde – Coffee Bay hat das gesamte Turnier offensichtlich dominiert. 

Nach dem Abendessen haben dann noch alle Freiwilligen gegeneinander gespielt, was sehr, sehr lustig war. Am nächsten Tag sind dann alle mit ihren Transports zurück nach Port Elizabeth, Jeffreys Bay, Berlin oder Coffee Bay gefahren. 

Die letzten Wochen ist also viel passiert rund um die Schule, aber jetzt sind erstmal lange Ferien, bei dem wir alle reisen werden in die verschiedensten Gebiete! Davon dann im nächsten Bericht!  

Urlaub in Coffee Bay und Bulungula

Nach etwas über einem Monat in der Schule hatten wir schon die ersten einwöchigen Frühlingsferien. Diese Zeit haben wir einerseits für fünf Tage in Coffee Bay bei anderen Freiwilligen verbracht. Danach sind wir inklusive einer Übernachtung nach Bulungula gewandert.

 

Doch so startete der erste kleine Roadtrip Richtung CBay am Samstagmorgen: 

Die ersten Tage in Coffee Bay

Nach etwa vier Stunden Fahrt in unserem überfüllten Mietwagen, einem Chevrolet Spark, welcher zurecht in der Kategorie Mini bei Avis aufgelistet ist, haben wir Coffee Bay erreicht. Wir wurden von unseren Freunden auf der Hauptstraße empfangen, da es dort keine Straßennamen oder Adressen gibt. Dann mussten wir eine schmale, steile, mit Schlaglöchern versehene Straße zu den "Rondels" (runde Hütten mit einer Art Strohdach) der Volunteers "erklimmen", was für unseren tiefen Spark schon eine Herausforderung darstellte. Doch einmal dort geparkt, wurde das Auto die nächsten Tage nicht mehr bewegt, da man mit so einem Auto, aufgrund der nicht vorhandenen Geländefähigkeiten, nicht viel anfangen kann. Da ist der "Bakkie" der Coffee Bay Freiwilligen doch sehr viel nützlicher. 

Mittags in Coffee Bay angekommen, haben wir, nachdem wir auf die Ankunft der anderen Feriengäste aus Jeffreys Bay, Port Alfred, Port Elizabeth und Bulungula gewartet haben, eine kleine Wanderung zu einem Hügel von dem man direkt aufs Meer schauen konnte unternommen.

Am Nachmittag haben wir gemütlich gebraait (gegrillt) und Matthes' Geburtstag gefeiert. 

Am nächsten Tag wurde dann auch direkt weitergefeiert: Johannas Geburtstag musste ja auch zelebriert werden. 

 


Am Montag haben wir neben der ganzen Feierei auch mal einen kleinen Ausflug gemacht: Wir sind mit zwei Autos, mit dem Bakkie und mit dem Mietwagen der JBay Freiwilligen, der etwas geländegängig war, durch die Transkei (so heißt das Gebiet) zum "Hole in the Wall" gefahren. Das einzig große touristische Ziel in der Umgebung. Dementsprechend gibt es dort eine große Hotelanlage, wo wir in einem Restaurant gut gegessen haben. Von dem Restaurant war es jedoch circa noch ein Kilometer zu dem "Hole in the Wall". Zu allem Überfluss hat es aus Strömen geregnet, weswegen nur ein paar von uns achtzehn Leuten den Weg auf sich genommen haben, was sich letztendlich nicht gelohnt hat, da man nicht weiter als 30 Meter gucken und somit das "Hole In The Wall" gar nicht sehen konnte. Das Essen war aber trotzdem lecker.

 

Den letzten Tag in Coffee Bay haben wir zusammen am Mapuzi River verbracht. Dort haben wir gegrillt, auf den Felsen gelegen und manche sind auch ins Wasser gesprungen.

Es war ein entspannter Tag bei schönem Wetter und schöner Umgebung. 

Die Wanderung nach Bulungula

Mittwoch Vormittag ging dann die Wanderung nach Bulungula los. Aufgrund der Dauer von 8h-10h bietet sich eine Übernachtung sehr gut an. Nur wo, fragt man sich...in der Transkei gibt es nicht viel Zivilisation, und schon gar keine Hotels. Doch glücklicherweise gibt es fast überall Backpackers; so haben wir auf der Hälfte der Strecke eine Übernachtung in einem Backpackers gebucht.

Um circa elf Uhr gingen wir also los und nach einer halben Stunde fragten wir uns schon, wo es denn überhaupt lang gehen würde. Niemand ist die Strecke schon mal gegangen, einen Guide haben wir uns nicht gebucht und einen ausgeschilderten Weg gibt es schon gar nicht. So fragten wir Felix und Mara, die in Bulungula leben und sich vielleicht auskennen würden. Doch die wussten den Weg auch nicht und so haben wir uns darauf geeignet, dass das Meer einfach immer links von uns sein sollte. So würden wir immer Richtung Süden gehen und Bulungula liegt direkt am Meer...wir könnten Bulungula also gar nicht verfehlen. 

 

So gingen wir auf kleinen Trampelpfaden direkt an der Wild Coast entlang bis wir nach ungefähr drei Stunden den ersten Anhaltspunkt unserer Wanderung erreicht haben: das "Hole in the Wall". Diesmal sogar bei strahlendem Sonnenschein; generell hatten wir während den zwei Tagen super Wetter, keine Wolke am Himmel und nicht allzu heiße Temperatur aufgrund der frischen Seeluft. 

Am "Hole in the Wall", was gleichzeitig die Hälfte der Tagesstrecke war, haben wir dann unsere große Mittagspause gemacht. Wir haben unsere Toasts, Äpfel, Kekse und Möhren gegessen. Der ein oder andere hat auch ein Powernap gemacht.

Was aber natürlich auch sehr wichtig an so einem Touriort ist: Tourifotos. Also haben wir uns alle aufgestellt und ein europäisch aussehender Mann hat ein paar Fotos von uns geschossen, mit dem "Hole in the Wall" perfekt im Hintergrund. Zugegebenermaßen sahen wir aber auch sehr touristisch aus mit unseren Wanderrucksäcken und unserer Multifunktionskleidung. 


Nach der entspannten Pause, die ein bisschen Ruhe für die Füße brachte, den Magen etwas füllte und eine Bekanntschaft mit einem Hund mit sich führte, ging es weiter. Doch das erste große Hindernis folgte zugleich: ein großer Fluss. Wir fragten ein paar Leute dort, ob es eine Brücke oder ein Übergang gebe. Die Antwort war, dass es so etwas nicht geben würde. Doch auf der anderen Flussseite war ein Einheimischer, der dort lang gegangen ist und unsere Gestik verstanden hat. Er hat uns mit wild fuchtelnden Armen gezeigt, dass es, wenn man landeinwärts gehen würde, eine Stelle gibt, durch die man barfuß gehen kann. Wir sind dem Rat gefolgt und sind landeinwärts gegangen, mit dem Blick immer zum Fluss. Als wir jedoch auf einem steilen Hügel standen und dort einen Überblick hatten, war ein wenig die Hoffnung weg, da man nur Wald, bzw. undurchdringbaren Busch sah und wir keinen Weg erkennen konnten.

Dann sahen wir einen Einheimischen den Hügel hinauflaufen aus der Richtung des Busches und wir erkannten ihn, als denselben, der uns vorher auf der anderen Flussseite den Weg zeigen wollte. So erklärte er uns mit gebrochenem Englisch, dass er uns den Weg über den Fluss zeigen würde. Wir vertrauten ihm und er ging voran Richtung Wald, wo sich tatsächlich ein kleiner Trampelpfad zeigte. Im Wald hörten wir dann nach einer Weile Wasserrauschen und so mussten wir barfuß circa fünf Meter durch den Fluss stapfen. Glücklich auf der Seite angelangt, wollten wir unsere Schuhe wieder anziehen, doch dann meinte der junge Mann, dass wir nochmal einen anderen Arm des Flusses überqueren müssten. So sind wir zwanzig Minuten barfuß durch den Wald gegangen bis wir nochmal durch das Wasser gehen mussten. Und diese Stelle war breiter und vor allem war die Fließgeschwindigkeit des Wasser sehr viel höher und man konnte den Untergrund nicht erkennen, obwohl das Wasser nicht sehr tief war. So gestaltete sich die Überquerung als sehr viel anspruchsvoller als gedacht. Vor allem mit einem großen Rucksack auf dem Rücken, durch den man leicht mal das Gleichgewicht verlieren könnte, rutschigen Steinen und einem nicht erkennbaren Untergrund. Letztendlich haben es alle heile rüber geschafft, auch mit Hilfe des Einheimischen, der den Mädchen ein paar Sachen abgenommen hat. Nachdem wir dann circa anderthalb Stunden für die Überquerung des Flusses gebraucht haben, haben wir dem Einheimischen etwas Taschengeld für seine Hilfe gegeben, denn ohne ihn hätten wir wahrscheinlich den Weg nicht so schnell gefunden. Danach ging es weiter in gewohnter Weise; direkt am Meer auf kleinen Trampelpfaden Richtung Süden. In Begleitung von einem Hund. Dem Hund, der uns seit dem "Hole in the Wall" begleitet. Manchmal begleiten Straßenhunde einen ein paar Minuten oder eine Stunde aus Hoffnung etwas zu fressen bekommen. Doch dieser Hund hat uns nun schon seit mehreren Stunden durch den Wald, durch den Fluss und am Meer begleitet. So beschlossen wir, ihm einen Namen zu geben. Felix schlug Emil vor und es gab keine großen Einwände. So hatten wir einen Hund, namens Emil im Schlepptau. 

Nach weiteren drei Stunden kamen wir in eine Ansammlung von Hütten (Dörfer in dem Sinne gibt es dort nicht wirklich, da die Häuser und Hütten weit voneinander entfernt aufgebaut sind). Wir vermuteten, dass sich hier unser Backpackers befinden müsste. Nach ein paar Metern wurde dann der Blick frei und es zeigte sich ein Haus und daneben zwei große, feste Zelte, die auf einer Art Holzterasse befestigt waren. "Das muss unser Backpackers sein". Also gingen wir dort hin und wurden von einer Weißen begrüßt, die uns natürlich direkt identifizieren konnte, da dort wahrscheinlich nicht so viele Wandertruppen entlang gehen. Bei der Vorstellung fing sie dann auf einmal an fast akzentfreies deutsch zu sprechen, was uns alle sehr überraschte, denn wer würde schon erwarten, dass mitten im Nirgendwo in der Transkei jemand deutsch sprechen könnte. Es stellte sich heraus, dass sie eine Schweizerin ist, die vor sechs Jahren ausgewandert ist und ein Backpackers eröffnet hat. 

Während sich die Anderen von uns in ihren festen Zelten einrichteten, sind Tim, Theo, Felix und ich ans Meer gegangen, um einen passenden Platz für unser Zelt, in dem wir die Nacht verbringen würden, zu finden. Letztendlich haben wir uns etwas windgeschützt neben einem verlassenem Haus niedergelassen und unsere Zelte aufgebaut. 

Abends sind wir vier wieder zurück zum Backpackers gegangen, um mit den Anderen zu essen. Es gab selbstgemachte, sehr leckere Lasagne mit einem Salat als Beilage. Nachdem wir aufgegessen und uns mit der Besitzerin nett unterhalten haben, sind Tim, Theo, Felix und ich zu unseren etwa zehn Minuten entfernten Zelten gegangen. Wir haben dort noch ein Lagerfeuer gemacht und den wirklich unglaublich schönen, klaren Sternenhimmel beobachtet. So einen Sternenhimmel habe ich auch noch nie erlebt in meinem Leben; ohne eine andere große, künstliche Lichtquelle, wie eine Stadt oder ähnliches auf mehreren hundert Kilometern. Das Himmelszelt überragte uns von überall.

Am nächsten Morgen wurden wir von dem sanften Meerrauschen geweckt und der Blick aus dem Zelt war um sieben Uhr morgens auch ein einmaliges Erlebnis.

 

Und Emil ist immer noch bei uns. Er ist bei uns am Zelt eingeschlafen und am Morgen wieder dort aufgewacht. Ohne, dass wir ihn jemals gefüttert haben. 

 

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es auf die zweite Tagesetappe Richtung Bulungula. 

Die Strecke lief ohne große Zwischenfälle. Wir gingen nach gewohntem Prinzip Richtung Süden. Wir hatten nur zweimal Glück, dass Ebbe war, da wir sonst zweimal einen sehr langen Umweg gehen müssten, um Zuflüsse zum Meer einigermaßen trocken überqueren zu können.  


Nach insgesamt ca. fünf Stunden waren wir auf einem Hügel direkt am Meer, wo Felix meinte, dass hinter dem nächsten Hügel die Bucht von Bulungula sei. Das Ziel war schon so nah! Nach dem Hügel zeigte sich dann eine riesige Bucht mit einem langen, weiten Strand, an deren Ende ein paar Hütten standen; Bulungula!! Nach dem entspannten Strandwalk haben wir dann das Ziel Bulungula erreicht. Alle erschöpft und mit mehr oder weniger schmerzenden Füßen, aber glücklich! 

Im Zuhause von Felix und Mara angekommen, haben sich alle erstmal ein Sitzplatz gesucht, um zu entspannen. Dann wurde mir erst klar wie verschieden dieses Zuhause im Gegensatz zu meinem in East London ist. Dort haben sie keinen Strom und kein fließend Wasser. Gekocht wird mit Gas, das Wasser zum Duschen wird auf dem Herd erwärmt und mit Regenwasser gemischt, die Toilette befindet sich ca. 40 Meter von der Hütte entfernt in einem kleinen Holzverschlag. 

Das Leben dort unterscheidet sich sehr zu meinem aktuellen. Und ich glaube, dass ich auch nicht der Typ für so ein anderes Leben bin.

Trotzdem hat man viel Ruhe dort und der Blick von der Hütte ist atemberaubend. 

Jubiläum, Heritage Day und ereignisreiche Wochenenden

Die letzten Wochen sind normal verlaufen. In der Schule läuft der Unterricht gut, die Nachmittagsprojekte mussten wir leider gezwungenermaßen etwas vernachlässigen, da der Opel Corsa seit ca. drei Wochen in der Werkstatt ist und unser zweites Auto am Nachmittag im Kinderheim gebraucht wird.

 

 

Doch neben dem Alltag gab es verschiedene Feiertage an zwei aufeinanderfolgenden Freitagen: Einmal wurde das 63. Schuljubiläum mit einer Assembly (einer Versammlung mit allen Schülern in der Assembly Hall) gefeiert. Ehemalige und derzeitige Lehrer, Guest Speaker und Eltern haben Reden gehalten, der Schulchor hat gesungen und eine Schulband hat ein Musikstück aufgeführt. Alles war sehr emotional und feierlich.

 

An dem darauffolgenden Freitag war der Heritage Day, bei dem die Xhosa-sprechenden Menschen ihre Kultur gefeiert haben. Obwohl die Schule keine reine Xhosa Schule ist, da noch viele Coloured People (die Afrikaans und kein Xhosa sprechen) an der Schule sind, wurde der ganze Freitag zum Feiertag. Die Kinder und Lehrer haben sich kulturell feierlich angezogen und sich angemalt. Auch hier gab es viele verschiedene Reden und eine Tanzgruppe der Schule. Zudem gab es einen Vorlesewettbewerb der ersten bis dritten Klassen in Xhosa, inklusive Siegerehrung. Zusammenfassend war das ein sehr eindrucksvolles Erlebnis, dieser uns noch relativ fremden Kultur und Sprache näher zu kommen. 

 

An einem Wochenende waren wir in Gonubie, was eine kleine Stadt nördlich von East London ist. Dort waren wir auf der Suche nach einem Boardwalk, der entlang einer Fundstelle alter Spuren führte. Leider haben wir diesen Walk nicht gefunden...dieser befindet sich in East London, am Nahoon Reef. Eine Viertelstunde von unserem Zuhause entfernt, wo wir danach noch hingefahren sind.

Immerhin haben wir dann eine wunderschöne Bucht bei Gonubie kennengelernt:


The Boat Race Festival

Schon in den ersten Tagen nach unserer Ankunft wurden wir von unseren Vorgängern auf das Boat Race Festival, was Anfang September immer stattfindet, hingewiesen. Es handelt sich dabei um ein Festival mit elektronischer Musik in Port Alfred.

 

Da viele von uns neuen Freiwilligen davon begeistert waren, entschieden wir uns, es unseren Vorgängern nachzumachen. Denn die meinten schon, dass es eine Art Tradition sei, dass sich dort alle Südafrika-Freiwilligen das erste Mal außerhalb von Deutschland treffen. So taten wir es ihnen gleich und alle bestellten Tickets für das ganze Wochenende; den Full Weekend Pass, in welchem Camping von Freitag bis Sonntag und kostenfreier Eintritt zu dem Festivalgelände mit inbegriffen sind. Übrigens hat dieses Ticket, was das hochpreisigste war, 260 Rand gekostet, was umgerechnet ca. 16€ ist.

Am Donnerstag kamen schon die anderen Freiwilligen aus Coffee Bay und Bulungula, da die Strecke von dort bis nach Port Alfred zu lang gewesen wäre. So gingen wir am Donnerstag Abend alle zusammen lecker Essen im Sanooks. Ich habe übrigens den Äthiopischen Burger mit einem Burger Patty, Käse, Zwiebelringen, Spiegelei und Bacon genommen; für umgerechnet 6€. Es ist allgemein sehr günstig für uns.

Übernachtet haben unsere Freunde aus Coffee Bay und Bulungula bei uns in Beacon Bay und Barea. 
Im Gegensatz zu denen mussten wir Freitag aber noch in die Schule. 
Freitag Nachmittag, als dann alle aus der Schule wieder zurück waren, mussten drei von uns die Mietwagen vom Flughafen abholen. Dies stellte sich dann aber aufgrund des Feierabendverkehrs leider als sehr zeitaufwändig heraus. So kamen wir in Beacon Bay erst 17 Uhr, anstatt, wie geplant, um 15 Uhr los. Die Fahrt wurde dadurch auch noch ein wenig spektakulär, da es um ca. 18 Uhr dunkel wird und man zwei Stunden nach Port Alfred braucht. Zwar ist die Strecke, aufgrund des guten "Highways" an sich kein Problem, doch trotzdem könnte ein streunender Hund oder ein Rind auf die Straße laufen und unseren Ausflug schlagartig beenden. 

Glücklicherweise ist nichts passiert und wir sind heile um 19 Uhr in Port Alfred angekommen. 

Nachdem wir den Eingang zum Campingplatz schnell gefunden haben, wurden wir schon sehnsüchtig von den ganzen anderen Freiwilligen erwartet. Man hat sich schnell gefunden, weil das ganze Gelände doch kleiner war als erwartet. 

Wir haben unser Auto geparkt und 20 Meter entfernt unser Zelt aufgebaut (in dem ich letztendlich gar nicht geschlafen habe, weil ich mich ins Auto gelegt habe). Dann ging es direkt zu den Anderen und wir haben uns unterhalten, Erfahrungen ausgetauscht und Spaß gehabt. 

Später sind wir dann auf das Festivalgelände gegangen, was direkt neben unserem Campingplatz lag.

Es gab verschiedene Essensstände, wie zum Beispiel Burger, Pommes, Pizza, asiatisch oder Crêpes, wie auch viele Bars.

Die Mainstage mit der Musik war unter einem riesigen Zelt (wie oben auf dem Bild zu sehen) gelegen, was sich im Verlauf des Wochenendes noch als sehr nützlich herausstellen würde.

Denn schon am nächsten Morgen, als man um 7 Uhr aufwachte, regnete es schon leicht. Wir saßen zusammengekauert unter einem kleinen Pavillon und haben "gefrühstückt". Dieses "Frühstück" bestand einmal aus einem sehr sahnigen Fertig-Geburtstagskuchen, denn meine Projektpartnerin Vivien hatte an dem Samstag Geburtstag, und aus Brot mit Brot. Nachdem wir den Vormittag nur rumgesessen haben, hatten wir uns doch entschlossen in das kleine Zentrum von Port Alfred zu gehen, um dort bei Wimpy's etwas richtiges zu essen.
Nachmittag. Der Regen hörte nicht auf und der Platz wurde immer schlammiger und nasser. Abend. Es regnete weiterhin. Doch wir haben uns davon nicht aufhalten lassen und haben Party gemacht. Ein wichtiger Aspekt war dafür die überdachte Mainstage, welche uns alle trockenhielt beim Tanzen. Doch wenn man nur zu einem Essensstand wollte, wurde man von dem nun schon starken Regen durchnässt.

Nacht. Der Platz war inzwischen überflutet und die Schuhe hat man auch schon aufgegeben, wegen des Schlamms.

Am Morgen dann der Augenblick der Wahrheit. Unser Pavillon war kaputt/ teilweise einfach weg geflogen aufgrund des Sturms, der halbe Campingplatz war überschwemmt, Zelte stellen Inseln in einem Meer dar und der Weg ist eine einzige Schlammlandschaft.      

Sorry für die schlechte Bildqualität, aber logischerweise hatte niemand eine richtige Kamera mitgenommen

Trotz des schlechten Wetters hat sich das Festival sehr gelohnt, da wir uns alle wiedersehen konnten. Wir haben unsere noch jungen Erfahrungen von den ersten Tagen oder Wochen ausgetauscht und Spaß zusammen gehabt. 

Die Musik hat meinen Geschmack getroffen, das Essen war lecker und geschlafen habe ich eigentlich auch ganz in Ordnung. 

Die Mainstage (leider etwas verschwommen)

Besondere Ereignisse

In den ersten Woche sind leider schon außergewöhnliche Sachen passiert. 

Einmal hat Julian nach ca. zwei Wochen Südafrika verlassen. Damit lässt er sein Ruder-Nachmittagsprojekt und seinen Projektpartner Joe an der Parkside Primary School hinter sich. 
Er war der Meinung, dass das hier alles nichts für ihn sei. Der Rest der East London Crew und unser Mentor Brett Armstrong können ihn absolut nicht verstehen. Doch seine Entscheidung ist getroffen und er ist zurück in Deutschland und geht dort seinen Weg. 

Doch für Joe ist es nun sehr schwierig diese außergewöhnliche Situation zu händeln. Denn er muss nun alleine an der Schule den Sportunterricht leiten und bei ca. 40 Leuten stellt sich das als durchaus anspruchsvoll heraus. Zudem wird niemand aus Deutschland nachgeschickt. Brett und wir alle überlegen nun wie wir ihn unterstützen können, damit die Parkside Primary School nicht komplett aus dem Programm fällt, die anderen Projekte aber auch nicht vernachlässigt werden. Ich werde jedoch definitiv mit Vivien weiterhin an der A.W. Barnes Primary School zu gewohnter Zeit arbeiten, da unser Stundenplan keinen Spielraum lässt und wir auch mit unseren Nachmittagsprojekten einen vollen Tag haben. Doch irgendwie wird sich das nach der Zeit einfädeln und Joe und alle anderen können erfüllt "arbeiten". Zusammenfassend hat der Rückzug von Julian viele Umstände hervorgerufen. 

Ein weiteres außergewöhnliches Erlebnis ist den Dreien, Joe, Frauke und Celine, aus dem anderen Haus in Barea widerfahren. Eines Morgens wollten sie zur Arbeit losfahren, als ihnen beim Anblick des Autos ein Schreck durchfuhr. Die Rückscheibe des Eight-Seaters wurde von einem großen Stein oder einem anderen Gegenstand demoliert. Das Auto war so nicht fahrtüchtig. Das Auto stand komischerweise auf dem Grundstück des Hauses, also gesichert hinter einem hohen Elektrozaun und einer Alarmanlage. Dieser wurde nicht demoliert und der Alarmdienst wurde auch nicht ausgelöst. Somit war das einzige Ziel dieses "Anschlages", so nehmen wir an, Vandalismus. 
Ein paar Tage der nächste Schock: nachdem Joe, Frauke und Celine nachmittags außer Haus waren wurde bei ihnen eingebrochen. Der nächste große Schock. Das Gitter direkt vor der Tür wurde verbogen, die Tür eingetreten, nur wie die Einbrecher durch den Elektrozaun gekommen sind, ist ein Rätsel. Es wurden zwei Handys geklaut, ein Laptop, Schuhe und eine Winterjacke. 

 

Vorher war für uns das Thema Kriminalität kein großes. Wir waren uns bewusst, dass es einen riesigen Unterschied zwischen der Kriminalität in Deutschland und in Südafrika gäbe. Doch so richtig realisiert hatten wir es bis dahin nicht.
Nach dem Ereignis wurden wir aber auf die Realität hingewiesen und sind nun vorsichtiger.

 

Unsicher fühle ich mich trotzdem auf keinen Fall. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht direkt betroffen bin, aber man muss sich der "Gefahr" einfach immer bewusst sein und dementsprechend handeln. Ein anderer Aspekt ist die Übervorsicht, welche auch nicht eintreten sollte. Man muss einfach den schmalen Grat finden und ich glaube, dass man dafür auch etwas Zeit hier braucht. Doch diese Zeit habe ich und in der werde ich viele Erfahrungen sammeln, die mich dazu bringen den schmalen Grat zu finden.    

Die zweite Woche - Nachmittagsprojekte + Kirche

Die zweite Woche ging weiter wie die erste aufgehört hatte. Frühes ins Bett fallen, aufstehen, Müsli essen, zur Schule fahren. Der Rhythmus wird langsam zur Gewohnheit. 
In der Schule kennen die Schüler einen auch schon besser und man wird munter von der Seite von jedem zweiten Schüler mit einem fröhlichem "Coach", "Hello, Coach Tobi" oder "Is our PT today?" angesprochen...Nach einem langen, kräftezehrenden Tag ist das dann aber auch manchmal etwas anstrengend. Doch bestimmt werden wir das erste "Coach", dass wir hören werden, nach ein paar Wochen einfach ausblenden.   

 

In der zweiten Woche ging es richtig los mit den Nachmittagssportprojekten.
Ich wurde von einigen Schülern in den Pausen angesprochen, was denn mit dem Handball-, Volleyball- oder Fußballprojekt sei. An einem Nachmittag direkt nach der Schule habe ich mich mit einem Jungen auf dem Schulhof getroffen, um mit ihm über das Volleyballprojekt zu reden. Wie viele denn in der Mannschaft sind, wann sie sich treffen, wo wir spielen, ob es die Materialien (das Netz, die Stangen etc.) an der Schule gibt usw. 

Man ist also sehr abhängig von den Kindern. Aber sie wollen einfach unbedingt immer Sport machen, weswegen die Courage oft von ihnen kommt. 
Am Ende von unserem kleinen Gespräch meinte ich, dass er die anderen Leute zusammenrufen soll und wir uns Morgen treffen würden. 
Am nächsten Tag waren wir drei. Nicht so viel wie erwartet, aber es muss sich erstmal entwickeln. Wir haben trotz dessen das Feld auf dem kleinen Sportfeld 
aufgebaut und hatten Spaß. Wir haben einfach gespielt und so die Zeit verbracht.

 

Ein weiteres Projekt ist das Fußballprojekt, welches um einiges professioneller abläuft, als das Volleyballprojekt, da es von einem richtigen Fußballverein organisiert ist. 
An einem Tag wurde ich während des Sportunterrichts von einem ca. vierzigjährigem Mann angesprochen, der mich gefragt hat, ob ich Interesse habe, eine junge Mannschaft zu übernehmen. Er sagte zu mir, dass ich samstags um 8 Uhr an der Schule sein soll und ich dann der Mannschaft vorgestellt werde. 
Ich bin also am darauffolgenden Samstag zu ungewohnt früher Uhrzeit zur Schule gefahren. Und auf dem Vorplatz der Schule war nichts zu sehen. Ein parkendes Auto, sonst Stille. Meine Laune war dann natürlich nicht die beste, weil ich um 8 Uhr an einem Samstag normalerweise nicht gerne umsonst aufstehe. Es war aber doch nicht so schlimm, wie erwartet, da die Kinder und mein Ansprechpartner schon in der Assembly Hall gewartet haben. Ich wurde dann meiner Mannschaft vorgestellt. Die Kinder sahen mich mit freudigen Augen an, weil sie mich schon von der Schule kannten und wollten direkt anfangen mit Spielen. 
Den Kontakt von der Bufallo City Soccer School, welche nicht mit irgendeiner Schule verbunden ist, und mir, kommt durch die Vorgänger zustande. Micha hatte zum Beispiel letztes Jahr die U13 Jungs, mit denen er ziemlich erfolgreich war. Der Vorteil mit einem richtigen Soccer Club ist der, dass es ein richtiges Ligensystem gibt. Jedes Wochenende gibt es Matches gegen verschiedene Mannschaften. Für mich geht es damit aber erst 2017 los, da die andere Saison gerade zuende ist. Deswegen werde ich die U11 Jungs nun für die kommende Saison vorbereiten. Derzeit haben die Jungs neben Training mit mir montags und mittwochs, auch jeden Samstag Treffen um 8 Uhr morgens. Da geht es aber nicht nur um Fußball, sondern auch um "Life Skills". Es werden Themen wie Freundschaft, der Umgang miteinander oder Verhalten in der Schule besprochen und mit kleinen Spielchen verdeutlicht. Dies führe ich arbeite nicht; ich schaue nur zu. Nach einer Stunde geht es nach draußen auf das Communityfield und ich trainiere mit den Jungs oder wir fahren mit zwei Autos zum North End Stadium, was nach ca. 5 Minuten Autofahrt aus dem Township erreicht ist. Dort spielen viele verschiedene Jugendmannschaften aus East London in einer Art Spaßturnier gegeneinander.
Mittags, nachdem ich die Spieler wieder zurück zur Schule gebracht habe oder die Trainingsession dort vorbei ist, fahre ich nach Hause und habe endlich Wochenende!

 

Sonntag wurden alle East London Freiwilligen von unserem Schulleiter Mr. Gamiet eingeladen mit in die Kirche zu kommen, um dort einen Segen der Gemeinde zu bekommen für unsere zukünftige Arbeit und eine schöne Zeit in Südafrika. Wir haben die Einladung natürlich angenommen, obwohl es durchaus schwierig war um 6:15 Uhr an einem Sonntag aus dem Bett zu kommen. Letztendlich hat es sich sehr gelohnt. Es war eine ganz neue Erfahrung an einem Gottesdienst im Township in Südafrika teilzunehmen. Es wurde viel gesungen, wobei getanzt wurde und es sehr viel feierlicher wirkte. Außerdem gab es viele Zwischenrufe und der Gottesdienst dauerte länger als in Deutschland.

Danach wurden wir alle von ihm und seiner Frau zu einem großen Frühstücksbuffet in einem schicken Restaurant etwas außerhalb von East London eingeladen. Danach haben wir ihn noch mehr lieb gewonnen, als es wir eh schon taten.

Die erste Woche

Die erste ereignisreiche Woche liegt hinter uns. 
Neben dem ersten Schulstress als Lehrer, galt es auch noch die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Somit hatten wir eigentlich durchgängig etwas zu tun, weswegen das Wochenende eher ruhig verbracht wurde mit Karten spielen und am Strand liegen. 

 

Doch zurück zum Wochenanfang, Montag. Unserem ersten richtigen Arbeitstag. 

Nachdem wir am Donnerstag nur kurz in der Schule waren mit unseren Vorgängern, war es am Montagmorgen ein komisches Gefühl allein mit meiner Projektpartnerin in die Schule zu treten. "Wo müssen wir jetzt eigentlich genau hin?", "Wie läuft das jetzt ab?", "Was wird hier wohl noch alles passieren in dieser Schule?". 
Doch das mulmige Gefühl ist sofort verschwunden, als wir ins Büro des Schulleiters Mr Gamiet gegangen sind. Er ist eine so nette, hilfsbereite und zuvorkommende Person. Er meinte zu mir und Vivien, dass wir immer zu ihm kommen können, falls es ein Problem gibt oder wir einfach mal reden müssten. Außerdem sollen wir jeden Morgen zu ihm ins Büro um ihn zu begrüßen und zum Small Talk, was hier übrigens als ganz normal angesehen wird. Für uns alle noch etwas ungewohnt, aber das wird schon.
Danach hat Mr Gamiet uns den anderen Lehrern vorgestellt und uns etwas in der Schule herumgeführt. Insgesamt ein sehr warmer Empfang, welcher die Bedenken und Ängste direkt verworfen hat. 
Die erste Stunde war eine erste Klasse, zu der uns Mr Gamiet hinführte, weil es natürlich keinen Raumplan gibt. Deswegen müssen wir uns merken, wo welche Klasse ist, da wir diese immer aus dem Unterricht holen und dann zusammen zum Feld gehen. In der ersten Woche haben wir um die Klassenräume zu finden oft Schüler oder andere Lehrer gefragt, die uns dann dahin führten. Mal sehen wie das jetzt in der zweiten Woche wird...

 

Der Schultag beginnt für uns um 8:45 Uhr. Zwei Stunden später gibt es eine große Pause für eine halbe Stunde. In der Zeit sitzen wir im Lehrerzimmer, holen Tee für uns und für Mr Gamiet, der sich immer zu uns setzt an den Tisch, um Smalltalk zu führen; wie es uns denn geht, was wir so das letzte Wochenende gemacht hätten usw. Zusätzlich wird uns von der liebreizenden "Mama" Essen gebracht. Oft sind das kleine Snacks, wie ein Sandwich belegt mit Salat und Fleisch, aber manchmal gibt es auch ein Steak um 11 Uhr für mich (Vivien ist Vegetarierin). Nach der halben Stunde Pause haben wir immer drei Klassen à einer Stunde bis 14:15 Uhr. Mit den jüngeren Klassen spielen wir oft einfache, kleine Spiele wie Duck Duck Goose (Ente, Ente, Gans) oder "there's a fire in the mountain" (ein Spiel bei dem man einfach rumläuft und gleichzeitig singt und dann wird eine Zahl von mir oder Vivien gesagt, z.B. drei und dann muss man schnellstmöglich in dreier Gruppen zusammenfinden. Wer übrig bleibt, ist raus). Mit den älteren Klassen wiederum spielen wir oft Dodgeball (Völkerball) oder Fireball (Brennball). Nach der Hälfte der Stunde können die Jungs es aber eigentlich nicht mehr abwarten und wollen unbedingt Fußball spielen. Dann teile ich die Teams ein und sie spielen selbstständig ein kleines Match. Bei den kleineren sieht das Match dann eher nach einem chaotischen Ball-hinterher-laufen aus, doch die älteren teilen sich schon selbstständig zu und es wird gut kombiniert. Man merkt aber trotzdem total, dass Fußball in jeder Altersklasse sehr beliebt ist, vor allem bei den Jungs. Die Mädchen spielen dann lieber mit den Seilen oder Netball (vergleichbar mit Basketball, nur dass man mit dem Ball nicht laufen, sondern nur einen Stemmschritt machen darf). Vivien und ich haben dann immer einen Blick darauf, doch eigentlich spielen die Kinder selbstständig weiter und wir müssen nur manchmal strittige Situation klären. 
Allgemein haben wir an der A.W. Barnes viel Glück mit den Gegebenheiten, da wir ein großes Communitysportsfield direkt an unserer Schule haben mit einem gezeichneten Fußballfeld und einer Asphaltfläche mit einem Netballfeld, was auch perfekt für Dodgeball geeignet ist. Tim beispielsweise ist an einer Primary School im Township, wo er jeden Morgen Glasscherben vom Sportfeld sammeln muss. Zusätzlich haben wir direkt an der Barnes nochmal eine großes Feld mit kleinen Toren und einem Netballfeld, auf das wir ausweichen können, falls es zu windig ist auf dem etwas erhöhten Communitysportsfield. 

Aufgrund der vielen Möglichkeiten finden an unserer Schule zahlreiche Nachmittagssportprojekte statt, weswegen ich jeden Tag, außer Freitag, bis ca. 16 Uhr dort bleibe. Montags und mittwochs trainiere ich meine Fußballmannschaft, dienstags und donnerstags spiele ich Volleyball mit ein paar Kindern. 

 

Zuhause angekommen waren wir dementsprechend sehr fertig und müde. Trotzdem haben wir gleichzeitig die Wohnung auf Vordermann gebracht: die ganze Küche gesäubert, das Bad geputzt, Zimmer bezogen. 
Dementsprechend sind wir jeden Abend todmüde um spätestens zehn oder elf Uhr ins Bett gefallen...Und eins kann ich verraten: in der zweiten Woche geht es genau so weiter in dem Rhythmus!

 

Trotzdem macht die Arbeit an der Schule sehr, sehr viel Spaß. Es erfüllt mich immer wieder, wenn die Kids einen mit leuchtenden Augen fragen, ob sie Morgen P.T. (Sportunterricht) haben. 

Overlap

Nach einer langwierigen Anreise sind wir im beschaulichen Flughafen East London angekommen. Dort wurden wir von Brett Armstrong, unserem Mentor und Ansprechpartner hier in Südafrika, und den ehemaligen Freiwilligen abgeholt. Schon während der Fahrt vom Flughafen zum Haus der Jungs sind viele neue Eindrücke auf uns geprasselt. Der Verkehr ist um einiges chaotischer, East London ist rein von der Fläche her riesig und unsere Autos sind gar nicht so neu (...wo ist eigentlich der Rückwärtsgang?). 
Angekommen bei der Wohnung der Jungs war ich etwas ungläubig, wie man bei so einem Zustand der Wohnung dort ein ganzes Jahr leben konnte: Es war dreckig, der Wasserhahn in der Küche tropft durchgängig, es war dreckig, der Kühlschrank läuft manchmal aus, es war dreckig, vom Öffnen des kleineren Kühlschrank wurde uns abgeraten und, last but not least, es war dreckig. Dort mussten wir also fünf Tage wohnen.
Aber nach einer gewissen Zeit ist es auch gar nicht mehr so schlimm auf einer verranzten, alten Matratze ohne Laken zu schlafen. Und eigentlich waren wir auch nur zum Schlafen dort.
Donnerstag haben wir die Ehemaligen in die Schule begleitet, um die Leute und den groben Ablauf eines Schultages kennen zu lernen. Das war wirklich sehr hilfreich.
Freitag hatten wir einen freien Tag, weil unsere Vorgänger verständlicherweise ihren letzten Schultag mit den Kindern alleine genießen wollten. Wir waren stattdessen den ganzen Tag im Haus der Mädchen, wo ein großer Garten ist. Dort haben wir versucht auf der Slackline zu gehen, eine Runde Wizard gespielt und Musik gehört. 
Abends war eine Abschlussfeier der Berlin Freiwilligen, wo wir viele neue Kontakte knüpfen konnte.
Am nächsten Tag waren wir das erste Mal am wunderschönen Strand. Doch leider war es noch durch den Wind zu frisch, um ins kühle Nass zu springen. Abends sind wir wieder feiern gegangen...
Sonntag waren wir wieder am Strand, diesmal auch im Wasser und haben entspannt. Abends haben wir alle zusammen Essen gemacht.

Montag war dann auch schon unser erster richtiger Arbeitstag ohne die ehemaligen Freiwilligen...

 

Zusammenfassend war die Zeit des Overlaps echt gut. Man hat den Arbeitsalltag grob kennengelernt, viele einheimische Kontakte geknüpft und man hat sich schon etwas an die Lebensweise gewöhnt.  


Julian, Joe, Tim, Frauke, Celine, Johanna, Tobias (ich), Vivien - Die EAST LONDON Crew
Julian, Joe, Tim, Frauke, Celine, Johanna, Tobias (ich), Vivien - Die EAST LONDON Crew
Der Zeitplan  für unser Vorbereitungsseminar
Der Zeitplan für unser Vorbereitungsseminar

Bald geht's los!

Nach Wochen des Stresses und Vorbereitung wird es jetzt bald losgehen.
Das Visum musste beantragt werden (was sich als durchaus anspruchsvoll und aufwendig herausstellte), Unterlagen, wie der Internationale Führerschein, mussten organisiert werden und ein Spendenkreis musste aufgebaut werden. Die Hürden habe ich letztendlich alle erfolgreich überwunden: der Reisepass kam inklusive Visum zurück zu mir, die anderen Unterlagen sind auch rechtzeitig erledigt worden und ein Spendenkreis wurde erfolgreich aufgebaut. Ich liege sogar im Plus, wodurch die "überschüssigen" Spendengelder direkt in mein Projekt fließen können, indem ich in neue Sportutensilien, Trikotsätze oder andere Sachen für mein Projekt investiere. 
Auch hier nochmal vielen Dank an alle Spender für die Unterstützung!!
Anfang Juli gab es ein einwöchiges Vorbereitungsseminar für alle Freiwilligen, die der ASC Göttingen, in Kooperation mit weltwärts, nach Afrika entsendet. Neben den Freiwilligen, die nach Namibia, Sambia, Ruanda, Uganda und Tansania gehen, war die Gruppe um Südafrika mit 36 Leuten die größte.
Innerhalb der Ländergruppen (Südafrika hatte zwei durch die hohe Teilnehmerzahl) gab es dann viele Workshops, Besprechungen und Vorträge mit einer riesigen Informationsflut. Es hat uns trotzdem so gut es geht auf das bevorstehende Jahr vorbereitet.
Neben den theoretischen Sachen haben wir natürlich viel Sport getrieben. Einmal mit Ehemaligen, die uns Sportspiele gezeigt haben, die sie, als sie in Afrika waren, mit den Kindern gespielt haben, aber auch alleine. Dadurch, dass das Vorbereitungsseminar in der "Bildungsstätte der Sportjugend" in Clausthal-Zellerfeld stattfand, hatten wir viele Möglichkeiten selber Sport zu treiben. Meistens lief es auf Beachvolleyball mit gefühlt 20 Leuten auf jeder Seite hinaus. 
Während dieser Woche haben wir uns alle viel besser kennengelernt und wir wurden eine eingeschweißte Gemeinschaft. 
Als das Seminar nach einer Woche vorbei war, war die Abreise auch nicht mehr in all zu weiter Zukunft...in der Zwischenzeit mussten aber noch zwei Abschiedsfeiern (eine mit Freunden und Verwandten, die andere mit meinen Freunden) gefeiert, letzte Sachen gekauft und bereitgelegt werden. 
Meine Abschiedsfeiern habe ich einmal am Sonntag vor einer Woche, dem 7.8. und vor zwei Tagen, am Samstag den 13.8 veranstaltet. Viele Freunde und Verwandte kamen und wir hatten viel Spaß und es war ein schönes Zusammensein. Doch an dem Abend oder am nächsten Tag mussten alle für 1 Jahr verabschiedet werden, was teilweise auch sehr emotional war. 
Trotzdem bin ich natürlich mit voller Vorfreude erfüllt und bin gespannt was mich nun in zwei Tagen in East London, South Africa erwartet, was für Erfahrungen ich dort sammeln und neue Kontakte knüpfen werde.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ilona Schünke (Mittwoch, 02 November 2016)

    Hallo Tobias,
    du führst ja wirklich ein außergewöhnlich spannendes Leben dort in East London. Was für Erlebnisse in so kurzer Zeit! Probleme scheinst du gut wegzustecken. Das ist bewundernswert! Die Bilder sind beeindruckend, deine Berichte wirklich spannend.
    Morgen haben wir wieder eine Informationsveranstaltung zum internationalen Freiwilligendienst im Sport bei uns am MK.
    Möchtest du den Gästen eine Message zukommen lassen?

    Ich wünsche dir weiterhin interessante und vor allem gute Erfahrungen im fernen Afrika!
    LG
    Ilona Schünke